Bist du „in deiner Mitte“, stehst du mit beiden Beinen fest auf der Erde

 

Allgemein

Dem Erd-Element werden die Organe bzw. das Organsystem Milz-Magen-Pankreas zugeschrieben. Es bezeichnet unsere Mitte, die alles nährt. Das Bild der „nährenden Mutter“ ist das stärkste Symbol des Erde-Elements.

Bereits im 12. Jahrhundert nach Christus erkannten die Chinesen die ungeheure Wichtigkeit des Verdauungs- und Stoffwechselapparates für die Gesundheit des Menschen. Li Dong Yuan, ein Arzt der damaligen Zeit, gründete die sogenannte „Schule der Mitte“ und schrieb die Abhandlung über Milz und Magen, im Wesentlichen den Klassiker der TCM über Magen-Darmerkrankungen. Allerdings waren nicht nur Erkrankungen des Magen-Darmtraktes Inhalt seines Werkes. Er ging sogar noch einen Schritt weiter, und behauptete, dass fast alle Erkrankungen über eine Stärkung des Verdauungsapparates zu behandeln seien.

Was führt zu einer schwachen Mitte?

Die Ursachen sind vielfältig. In den meisten Fällen sind es natürlich schlechte Nahrungsgewohnheiten, sprich die Menschen essen zu viele denaturierte Nahrungsmittel, die sie dann mit der Zeit auch nicht mehr vertragen. Bei der Ernährung achte daher darauf nicht zu viel befeuchtende bzw. verschleimende Nahrungsmittel einzunehmen. Als verschleimende Nahrungsmittel gelten allem voran Milchprodukte, vor allem mit Zucker kombiniert und eiskalt gegessen.

Aus dieser Verschleimung kann sich im Laufe der Jahre dann ein sogenanntes „Yin-Feuer“ entwickeln. Dies ist das Konzept der TCM für chronische Entzündungsprozesse. Man kann sich dies bildlich wie einen Sumpf oder Komposthaufen vorstellen, der sich langsam im eigenen Körper bildet. Wenn man sich einen Komposthaufen im Winter ansieht, sieht man, dass dieser dampft, weil im Inneren Hitze erzeugt wird. Diese Art von Hitze ist eine verborgene Hitzequelle, welche chronische und vor allem hartnäckige Entzündungsprozesse auslösen kann.

Lebensstil & Emotionen

Der Stress-, Zeit- und Leistungsdruck der modernen Gesellschaft fordert unser sogenanntes Holzelement–Erdelement im Körper, welches für Wachstum und Fortschritt zuständig ist. Das zugehörige Organ entspricht der Leber, welche meist dadurch überfordert wird. Dies schlägt sich dann oft auf unseren Magen- und Darmtrakt. Resultat wäre im einfachsten Fall dann der häufige Reizdarm, es können aber auch Entzündungen und chronische andere Erkrankungen die Folge sein.

Das, was den Magen- Darmtrakt am meisten belastet, ist übermäßiges Grübeln und Nachdenken. Das Denken ist nach Ansicht der TCM dasselbe wie verdauen, nur im Hirn. Wenn wir also ständig nachdenken und grübeln, ist das wie „nicht verdauen Können“ im Hirn, sprich die gesamte Energie des Verdauungsapparates wird auf eine geistige Ebene gezogen, sodass es im Bauch dann fehlt.

Das Erde Element gilt in der TCM als Vermittler zwischen allen anderen Elementen, was bedeutet, dass es auch von allen anderen Emotionen betroffen sein kann. Unser Verdauungsapparat kann unter Ärger, Angst, Trauer oder Aufregung leiden. Deswegen gilt es mit Gleichmut diese Emotionen zu dämpfen, damit sie nicht im Übermaß belasten.

Allgemeine Ernährungstipps

Zu Problemen mit dem Magen kommt es übrigens häufig im Sommer in Zeiten besonderer Hitze. Das liegt daran, dass die meisten Menschen verstärkt zu Salaten, Speiseeis, Smoothies, Milchprodukten, kalten Getränken mit Eiswürfeln und rohem Obst greifen. Diese Lebensmittel im Übermaß genossen kühlen unsere Mitte einfach zu stark aus und wir fühlen uns unwohl.

Der Erde wird der süße Geschmack zugeordnet und gemeint sind damit alle natursüßen Nahrungsmittel. Der süße Geschmack wirkt entspannend und harmonisierend. Nicht ohne Grund greifen viele von uns in stressigen Zeiten zu einem Stück Schokolade. Natursüße Lebensmittel geben uns Energie und wirken befeuchtend. Die befeuchtende Wirkung wird durch Fett zB enthalten in Milchprodukten und weißen Zucker verstärkt. Im Übermaß genossen schwächt der süße Geschmack also unsere Mitte und wir leiden unter unreiner Haut, ein paar Kilos zu viel auf den Hüften, Müdigkeit und Trägheit.

Süß stärkt also unsere Mitte, allen voran Milz und den Magen. Zu viel des Guten wirkt sich allerdings auch wieder sehr schwächend auf den gesamten Organismus aus Wie so oft gilt also auch hier „Die Dosis macht das Gift“ – frei übersetzt nach Paracelsus.

Tipps für eine starke Mitte

  • Regelmäßig ein warmes, gekochtes Frühstück essen! (zwischen 07-09:00 morgens hat der Magen, zwischen 09-11:00 die Milz am meisten Energie – sie bilden gemeinsam unser Erdelement, unsere „Mitte“)*
  • Generell am besten täglich 3x essen (möglich warm, bzw was vorgekochtes (Nudelsalat)
  • Tendenziell weniger Rohkost essen, v.a. abends, denn da ist die Verdauung schon auf Ruhe eingestellt.
  • Milchprodukte reduzieren – sie wirken kühlend und verschleimend! Das macht unsere Mitte träge & müde
  • Das Abendessen am besten vor 19:00 Uhr einnehmen, denn abends haben die Verdauungsorgane am wenigsten Energie – zu schwere Mahlzeiten können belasten & verschleimend wirken! Wird später gegessen, ist eine Suppe die beste Wahl.
  • Entwickle einen guten Mahlzeitenrhythmus: wer seine Mahlzeiten regelmäßig einnimmt (z.B. Frühstück, Mittag, Abend mit etwa 5h Pause dazwischen) stärkt die Mitte und bekommt mehr Struktur in den Tagesablauf. Ständiges Essen oder zu lange Pausen wirken sich negativ aus.

Süßigkeiten reduzieren: wer eine „schwache Mitte“ hat, tendiert zu Süßigkeiten und Heißhunger. Süßigkeiten führen jedoch zu einem Teufelskreis und führen zusätzlich zu Feuchtigkeitsansammlungen und Trägheit. Therapeutisch und unterstützend wirkt hingegen der süße Geschmack, so wie wir ihn in der TCM verstehen. Dazu zählen folgende Lebensmittel: Hirse, Reis, Mais, Fenchel, Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffel, Karotten, Kohlrabi, verschiedene Kohlsorten, Azukibohnen, Kichererbsen, schwarze Bohnen, Linsen, Pfirsich, Marille, Datteln, Kirschen, Rosinen …

Tiefkühlkost & Mikrowelle weitgehend vermeiden!

Frische, hochwertige Lebensmittel in den täglichen Ernährungsplan